FRITZ MILLER

Felsklettern / Eis-Mixedklettern

Geburtstag: 09.06.1984
Heimat: Reutlingen, Deutschland
Aktueller Wohnort: Reutlingen, Deutschland
Gr??e: 185 cm
Armspanne: 192 cm
Ape-Index: 1,038
Bei EDELRID seit: 2008
Sponsoren: Edelrid, VAUDE, Bergfreunde.de, Lowa, Red Chili
KARRIERE HIGHLIGHTS
  • Schnelle Seilschaftsbegehungen gro?er Alpenklassiker wie Eiger Nordwand ?Heckmair-Führe" (5h10, 2011) oder Salbit Westgrat (2h18, 2008)
  • Marmolada Südwand ?Weg durch den Fisch", Solobegehung (2007) und Winterbegehung (2012)
  • Winterbegehungen der Drei Zinnen Nordw?nde auf teils schwierigen Direktrouten (2007, 2013)
  • Er?ffnung der Routenkombination "Bobby" (WI6+ M7+ A3, 200m) am Seebenseefall bei Ehrwald (2013)
  • Die sieben Hauptgipfel der Fitz-Roy-Kette, Patagonien (2011, 2016)
Athlet Profil Edelrid
INTERVIEW
Klettern
Wann und wie hast du mit dem Klettern angefangen? Was hat dich so am Sport gefesselt, dass du dabei geblieben bist?
Vom Klettern war ich schon immer fasziniert, ohne darüber nachzudenken, warum. Leider habe ich ziemlich lange gebraucht um zu begreifen, dass es an mir liegt, etwas daraus zu machen. Mit ca. 20 war es soweit. Bis dahin: viele sch?ne Klettertage an den Felsen der Schw?bischen Alb und ein paar leichte Routen in den Alpen.
Wer war in deiner Kindheit dein Held/deine Heldin für dich?
Es gab ziemlich viele...
Siehst du dich jetzt selbst manchmal als Vorbild für andere? Wie beeinflusst es dich, dass andere Kletterer zu dir aufsehen?
ittlerweile bin ich als Nachwuchstrainer viel mit jungen Alpinisten unterwegs. Ich freue mich natürlich, wenn ich Vorbild für andere sein kann. Gleichzeitig bedeutet das eine gro?e Verantwortung, denn das Leben, das ich vorlebe, ist eben leider auch sehr gef?hrlich. Es ist für mich ein gro?er innerer Konflikt.
Was waren die wichtigsten Meilensteine in Deinem Leben (klettertechnisch und lebensphilosophisch)? Waren dir diese immer sofort bewusst, oder erst im Nachhinein?
Mit Anfang 20 habe ich meine Arbeit gekündigt, um endlich richtig Gas geben zu k?nnen. Zu diesem Zeitpunkt war ich weder besonders gut, noch erfahren – nur unglaublich motiviert. Es folgten DAV Expeditionskader und Bergführerausbildung, womit eine gewisse Richtung vorgegeben war...
Was waren deine gr??ten Misserfolge, Rückschl?ge oder schlimmsten Verletzungen? Wie gehst du damit um und wie bist du davon zurückgekommen?
Zum Glück hatte ich nie einen ernsthaften Unfall, wofür ich meinen Schutzengeln sehr dankbar bin. Allerdings habe ich immer wieder Probleme mit überlastungssch?den: mal dies, mal jenes, aktuell ein gerissenes Ringband. Das bremst schon aus, aber ich wurde bisher immer wieder halbwegs fit.
Was ist deine beste Klettergeschichte / dein bestes Klettererlebnis?
Drei besondere Erlebnisse von vielen:
  • Geiselstein Nordwand, Herzogweg (5, 590 m), als Jugendlicher. Meine erste ?gro?e" Wand. Obwohl ?nur" im Nachstieg, war ich unglaublich stolz.
  • Etwas sp?ter im Donautal: Wir hatten uns durch den berühmten ?Kaiserweg" (5 Seill?ngen bis zum 7. Grad) gek?mpft. Wir waren eindeutig die Besten!
  • In einer Winternacht die letzten Meter des ?Weg durch den Fisch" zu klettern und dann oben am Gipfelgrat der Marmolada zu stehen, voller Freude und Dankbarkeit.
Training
Hast du einen Trainingsplan, oder eine bestimmte Einteilung wann und wie du trainierst?
Nein, dafür ist mein Leben als Bergführer und Alpinist zu unregelm??ig. Wahrscheinlich würde aber auch die Disziplin fehlen...
Was sind deine Tipps zum Trainieren für jedermann?
Viel und vor allem m?glichst vielseitig klettern. Also nicht immer nur in der gleichen Halle die gleichen Routen klettern. Dazu etwas Ausgleichstraining.
Was bedeutet für dich die Kletterhalle im Vergleich zum Fels?
Ich gehe gerne und sogar relativ oft in Kletterhallen (so lange es dort nicht zu voll ist...). Aber die ?gro?en Klettertage", die in Erinnerung bleiben, finden drau?en statt.
Wie viel vom Erfolg als professioneller Kletterer ist vom reinen Kletterk?nnen abh?ngig und wie viel davon wie man sich als Person/Marke verkauft?
Aus wirtschaftlicher Sicht z?hlt praktisch nur, wie man das Klettern (oder was auch immer) medial rüberbringt. Ist man auch sportlich erfolgreich, klappt das natürlich insgesamt besser. Aber es gibt zum Glück auch Erfolg auf anderen Ebenen.
Kannst du einen einarmigen Klimmzug / an einem Finger?
Leider nein. Ich würde aber wirklich gern einen ?Einarmigen" k?nnen!
Psychologie des Kletterns
Kann es theoretisch jeder schaffen einen einarmigen Klimmzug zu machen und auf dem Eiger/Matterhorn zu stehen, oder muss man dafür geboren sein?
Wenn wir etwas wirklich wollen, k?nnen wir unglaubliches leisten, dagegen ist eine Besteigung des Matterhorns nichts. Aber: Jedem Menschen sind gewisse Grenzen gesetzt. Nicht jeder kann alles erreichen, wovon er tr?umt.
Wie wichtig ist es sich als Sportler Ziele zu setzen? Welche Ziele hast du sowohl für das Klettern als auch für den Alltag gesetzt?
Beim Klettern und Bergsteigen bin ich oft 15 oder 20 Stunden am Stück unterwegs, ohne l?ngere Pausen. Ohne ein definiertes Ziel würde ich das nie schaffen. Ganz unabh?ngig davon sind meine beiden gr??ten Ziele: überleben und bescheiden bleiben!
Wie gehst du mit extrem schweren Kletterproblemen um? Bist du schnell frustriert oder motivieren dich diese nur umso mehr?
In einer gro?en Wand finde ich irgendeine L?sung (hoffentlich...), im Klettergarten wohl eher eine andere Route.
Zukunft des Klettersports/Bergsports
Gibt es etwas, das du an der aktuellen Kletterszene am liebsten ?ndern würdest?
Die Sportkletterszene kenne ich nicht ganz so gut, aber mein Eindruck ist, dass die allermeisten Kletterer sehr nett und respektvoll sind. Mit Blick auf Ver?ffentlichungen, speziell im Bereich Alpinklettern und Bergsteigen, würde ich mir mehr Transparenz und Ehrlichkeit wünschen. Zum Beispiel, dass Begehungsstil und Rahmenbedingungen klar benannt werden. Aber das passt wohl oft nicht so gut zur Schlagzeile.
Wo siehst du den Klettersport/Bergsport in den n?chsten Jahren, was wird sich ver?ndern und was wird deine Rolle dabei sein?
Der Grad der Professionalisierung im Bergsport wird sicher weiter zunehmen. Es werden noch h?rtere Routen geklettert werden. Es werden noch aufw?ndigere alpine Projekte realisiert werden. Im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen wird das Wettkampfklettern wahrscheinlich medial deutlich mehr Beachtung finden. Auf der anderen Seite: Bergsport hat eine lange Tradition, an der Schwerkraft wird sich wenig ?ndern, und es wird immer Leute geben, die einfach rausgehen und ihr Ding machen. Und sich nicht drum kümmern, was gerade angesagt ist.
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