UNSERE FIRMENGESCHICHTE

über 150 Jahre EDELRID – das sind 150 Jahre Leidenschaft und Begeisterung für Bergsport, 150 Jahre Erfindergeist und bahnbrechende Innovationen, 150 Jahre Made in Germany.

 

SEIT üBER 150 JAHREN DER ALPINE GEDANKE

Wir blicken auf eine lange und turbulente Geschichte zurück – die Firma ist im Laufe der Jahre zweimal niedergebrannt und wurde wieder aufgebaut, sie wurde gekauft und wieder verkauft, hat Trag?dien gemeistert und Erfolge gefeiert. Wir haben das Kernmantelseil erfunden, das bis heute der Industriestandard für alle Bergseile ist. Auf das Konto unserer Entwickler geht das erste Seil, das schwimmen kann, ein Seil, das nach allen drei m?glichen Normen zertifiziert wurde (Einfach-, Doppel- und Zwillingsseil) und das erste PFC-freie Kletterseil, dass den UIAA-Standard für wasserabweisende Seile erfüllt.

 
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Nachhaltige und innovative Produkte

Wir produzieren mehrere Millionen Meter Kletterseil pro Jahr und k?nnen stolz sagen, dass jeder davon bluesign? zertifiziert ist und somit Umwelt und Ressourcen maximal geschont werden. Neben Seilen entwickelt EDELRID alles, was das Kletterherz begehrt – seit Jahrzehnten mit Auszeichnung. Mit Kordeln und Angelschnüren haben wir angefangen - heute ist EDELRID eines der modernsten Bergsportunternehmen weltweit.

 
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Mit vier Beinen fest am Boden

Sport, Safety, Customer Solutions und Adventure Park – über die Jahre haben wir uns auf ein solides Fundament gestellt. Unsere vier Gesch?ftsbereiche machen uns weitgehend unabh?ngig von Marktschwankungen. Das gibt uns den n?tigen Freiraum für Kreativit?t und genügend Spielraum für die Entwicklung der besten Produkte in ihrem Segment. Alle unsere Gesch?ftsbereiche haben jedoch eines gemeinsam: den Bergsport. Er ist unser Ursprung und unsere Leidenschaft. Er treibt uns hoch hinaus und gibt uns Bodenhaftung. Er l?sst uns Grenzen aufs Neue überschreiten und unsere Ziele immer h?her stecken. Der Bergsport ist aber auch unsere solide Basis für Best?ndigkeit am Markt. Unsere hier über die Jahrzehnte gewonnene Expertise findet sich in allen Gesch?ftsbereichen gleicherma?en wieder. Wir schaffen Synergieeffekte durch Wissenstransfer, indem wir Spezialisten in ihrem Bereich intelligent mit denen anderer Bereiche vernetzen – für noch bessere Produkte und noch zufriedenere Kunden.

Unser Wissen aus dem Bergsport nutzen wir auch im Bereich Adventure Park, dessen Produkte auf den Einsatz in Seilg?rten, Kletterw?ldern oder Abenteuerparks zugeschnitten sind. Profis profitieren im Bereich Arbeitssicherheit vom Know-how aus der vertikalen Welt.

Die EDELRID Work Safety Produkte sind speziell auf die Herausforderungen von Industrie-Kletterern, Baumpflegern und H?henrettern zugeschnitten.

Der Bereich Customer Solutions ist Ausdruck unserer textilen Kompetenz, die uns ebenfalls seit der Gründung von EDELRID begleitet. Er richtet sich an Unternehmen, die auf einen starken Partner für die Zulieferung textiler Geflechte für industrielle Anwendungen setzen. Das Feld erstreckt sich von Leinen für Gleit-, Kite- und Fallschirme hin zu technischen Leinen, welche in der Automobilindustrie Anwendung finden, bis zu kundenindividuellen Einzell?sungen für verschiedenste Antriebstechniken.

All das ist EDELRID.

 

Die Meilensteine im überblick

  • 1863 Julius EDELmann und Carl RIDder gründen EDELRID. Der eine war Kaufmann und Alpinist, der andere Techniker mit grossem Wissen über Flechtmaschinen. Das Unternehmen startet als Litzen- und Kordelfabrik.
  • 1880 Die ersten geflochtenen Angelschnüre werden von EDELRID in Berlin vorgestellt.
  • Bis 1941 Es waren drei verschiedene Seilkonstruktionen gebr?uchlich: Gedrehte Seile – vorwiegend aus italienischem Langhanf, Lütznerseile aus Langhanf (spiralgeflochten), Seelenseile aus reiner Naturseide. Dann entstehen in den USA und Frankreich erste Nylonseile.
  • 1953 Das Kernmantelseil! EDELRID stellt das erste Kernmantelseil vor und revolutioniert so die Sicherheitsausrüstung im Bergsport. Das Hanfseil im Bergsport und nicht selten vorkommende Seilrisse geh?rten bald der Vergangenheit an.
  • 1964 entwickelt EDELRID das erste Energie-Seil, das auch Multi-Sturz-Seil genannt wurde. Hiermit war das dynamische Bergseil in der heute bekannten Form geboren.
  • 1965 EDELRID bringt den ersten Anseilgurt – vorerst nur im Brustbereich – auf den Markt und entwickelt parallel zur Konkurrenz den Sitzgurt, der in den 70er Jahren neue Wege des Klettersports ebnen sollte. Jetzt konnten die Schwierigkeitsgrade explodieren.
  • 1973 Expressschlinge: EDELRID ist stets mit Innovationen am Puls der Zeit. Claus Benk, der damalige Besitzer von EDELRID, bringt die erste gen?hte Expressschlinge auf den Markt.
  • 1977 wurde die von EDELRID entwickelte Technik des Zwillingsstranges bei der Seilproduktion als Standard weltweit verwendet.
  • 1994 Stets mit offenen Erfinderaugen sieht EDELRID den Durchbruch von Canyoning als Erlebnissportart und entwickelt das schwimmf?hige Seil.
  • 1996 EDELRID bringt ein Indoor-Kletterseil auf den Markt, das den harten Anforderungen von Kletterhallen gewachsen ist.
  • 2000 Die Entwickler in der Seilproduktion sind am Ball und kommen mit dem 9,8 mm Seil Dynalon; zu diesem Zeitpunkt, das dünnste Einfachseil.
  • 2006 EDELRID wird Teil der VAUDE Gruppe.
  • 2007 EDELRID pr?sentiert den ersten faltbaren Kletterhelm Madillo.
  • 2009 Als erster Seilhersteller erfüllt EDERID den bluesign? Umweltstandard. Dabei wurde die ganze Prozesskette (Von der Faserauswahl, über die Produktion, bis hin zum Verkauf der Seile) mit dem Umweltstandard ausgezeichnet.
  • 2010 Im Hochseilgarten macht sich EDELRID breit und gl?nzt mit dem Smart Belay, einem intelligenten System miteinander kommunizierender Rollenkarabiner.
  • 2010 Zertifizierung des unternehmenseigenen Umweltmanagementsystems nach EMAS / DIN ISO 14001.
  • 2013 150 Years Rope Making Experience. EDELRID feiert das 150. Jubil?um
  • 2015 Gründung der USA Niederlassung in Redmond / Oregon
  • 2016 EDELRID stellt das OHM vor und revolutioniert damit die Sicherheit beim Klettern in Seilschaften mit Gewichtsunterschieden.
  • 2016 Fertigstellung aller Erweiterungsbauten im Bereich Produktion, Werkstatt, Labor.
  • 2017 Fusion mit der Kletterschuhmarke RED CHILI, die unter dem Dach von EDELRID weitergeführt wird
  • 2018 Fertigstellung des neuen Verwaltungsgeb?udes am Firmenstandort in Isny
  • 2018 EDELRID stellt mit dem Swift Eco Dry das erste PFC-freie Kletterseil vor, dass den UIAA-Standard für wasserabweisende Seile erfüllt.
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Zahlen und Fakten

Mitarbeiterzahl: über 160
Gesch?ftsführung: Albrecht von Dewitz
Gesch?ftsleitung: Markus Wanner
Gesch?ftsfelder: Sport, Safety, Customer Solutions und Adventure Park
EDELRID geh?rt zur Vaude Gruppe.
Ein gro?er Teil der Produktion - 60% der Wertsch?pfung – der Firma EDELRID wird in Deutschland produziert: ?Made in Germany".

 
INTERVIEW ZUR GESCHICHTE VON EDELRID

Andreas Wagner hat vor 50 Jahren bei EDELRID angefangen. In einem Interview erz?hlt Andreas die Geschichte von EDELRID aus seinem Blickwinkel. Angefangen hat er als Schlosserlehrling, heute setzt er sein langj?hrig erworbenes Wissen in der Seilentwicklung ein.

Wann hattest Du erstmals Kontakt mit EDELRID?

Meine ?lteren Schwestern haben schon bei EDELRID gearbeitet, als ich mit 12 Jahren einen Ferienjob gesucht habe. Karl und Maria Benk, die damaligen Besitzer von EDELRID, kamen ?fters privat zu Besuch. Dort haben sie auch mich kennen gelernt und ich durfte dann dort ab 1962 in den Ferien arbeiten.


Wie hast Du Deine berufliche Laufbahn begonnen?

Mit 14 kam ich aus der Schule, angedacht war eine Lehre als Flechter bei EDELRID, doch das hat nicht funktioniert. Der Vorschlag war eine Schlosserlehre, obwohl bis dahin kein Schlossermeister angestellt war. Für die kleine Schlosserei wurde dann der Schlossermeister eingestellt und fing ebenfalls am 01. April 1964 an. Und für den Maschinenpark und die Reparaturen lernte ich dann Schwei?en, Bohren und Drehen. Von dem Meister und Herrn Schneider, der auch Schlossergeselle war, habe ich viel gelernt, auch in der Seilentwicklung. Nach meiner Facharbeiterprüfung als Schlosser 1967 durfte ich dann auch Maschineneinstellungen für bestimmte Artikel selbst vornehmen.


1973 kam das einschneidende Erlebnis des Brandes, an dem die komplette Firma abgebrannt ist. Was war der Ausl?ser?

EDELRID hat Schnürsenkel im gro?en Stil gemacht. Am Ende ist da der Stift, der mit verschiedenen Techniken gemacht wird und eine kleine Banderole. Dafür wurden spezielle Maschinen ben?tigt und das L?sungsmittel Aceton, das in F?ssern gelagert wurde. Damals war nicht bekannt wie gef?hrlich das ist. Es war Juli zwischen 2 und 3 Uhr nachmittags und eine wahnsinnige Hitze, die F?sser wurden aufgeheizt. Das Aceton kocht schon bei wenig über 50 Grad. Ein Fass war wohl nicht ganz verschlossen, so dass das Gas ausgetreten ist und nach oben in die Produktionshalle kam. Eine jüngere, schwangere Frau hat den Lichtschalter angemacht, das Gas hat sich sofort entzündet, die F?sser explodierten. Es kam zu einer Kettenreaktion und in kurzer Zeit brannte alles lichterloh.


Wie ging es nach dem Brand weiter? War der Maschinenpark zu retten?

Man muss sich vorstellen, dass die komplette Firma mit Produktion und Büro abgebrannt ist, da war nichts mehr vorhanden, auch keine Konstruktionsunterlagen. Nur was in den K?pfen von den Mitarbeitern war. Die ersten Tage wusste man nicht, ob's weitergeht. Dann war jeder angehalten zu Papier bringen, was er noch wusste. Wir haben 50 bis 60 Stunden pro Woche gearbeitet, um die Flechtmaschinen aus den Trümmern zu ziehen und sie wieder herzurichten. Jede Woche konnte eine Flechtmaschine in Gang gesetzt werden. Es konnten nicht alle Maschinen gerettet werden, aber zum Glück alle gro?en Bergseilmaschinen.


Wann lief die Produktion wieder weiter?

Die Produktion war notdürftig in Seltmanns, einer ehemaligen Papierfabrik untergebracht. Es wurde an verschiedenen Stellen produziert. Die Reparatur war bei der alt eingesessenen Schlosserei Schlagentweiht und die Büros im Privathaus von Benks untergebracht. Inzwischen war Maria Benk die Chefin, da ihr Mann Karl Benk verstorben war. Die S?hne Axel und Claus arbeiteten verantwortungstragend mit – wobei Claus selbst Kletterer und vor allem auch der Macher in der Seilentwicklung war. Mitte 1974 ging es dann normal weiter, nachdem die heutigen Geb?ude – Büro und Produktion separat – gebaut waren.


Claus Benk hat EDELRID mit Herzblut geführt. Wie hast Du ihn erlebt?

Claus hat sich sehr engagiert in der Firma und der Normenentwicklung. Er hat sogar was mit der Konkurrenz zusammen gemacht. 1992 hatte Claus einen Reitunfall und ist seit 20 Jahren Tetraplegiker. Die folgende Zeit war schwierig. Claus war wie ein Freund und die Zusammenarbeit im Team funktionierte bestens. Doch das war dann beendet und in der Seilproduktion hab ich dann zu mir selbst gesagt ?Jetzt musst du ran, Andreas."


Als EDELRID 2001 von der Rope Company übernommen wurde wehte ein anderer Wind. Spürte man dies im Betriebsklima?

Bis zu dem Zeitpunkt war EDELRID unter Familienführung. Dann kam ein Gesch?ftsführer, der sehr zahlenorientiert war. Alles wurde streng geregelt und war auf kurzen Gewinn ausgelegt. Jeden Monat ging's um die Ums?tze...

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Ein weiterer Schritt in der Firmengeschichte: 2006 wird EDELRID Teil der VAUDE Gruppe und von Albrecht von Dewitz übernommen. Wie ist das heute?

Jetzt ist wieder das Zusammenarbeiten viel wichtiger. Man fühlt sich wie in einer gro?en Familie. Die Firma orientiert sich nicht am kurzfristigen Gewinn, sondern es wird mehr entwickelt. Eigentlich h?tte ich seit 01.12.2012 in Rente gehen k?nnen. Doch weil es ein gutes Team ist verl?ngere ich noch ein bisschen. Au?erdem ben?tigt man sehr lange um die 1000 R?dchen kennen zu lernen, an denen man stellen kann bei der Bergseilproduktion. Da helfe ich den Jüngeren.

Das Interview führte Anke von Birckhahn, PR EDELRID. 10. Januar 2013.

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